„Ich hasste diese Schönheit“
In der Oberpfalz, nahe der tschechischen Grenze, liegt der kleine Ort Flossenbürg. Wer schon einmal dort gewesen ist, beschreibt ihn als verschlafene Postkartenidylle: eine bergige Landschaft, über der eine mittelalterliche Burgruine thront. Unter ihr schmiegen sich die Häuser an den Hang, ringsum liegen Weiher, Weiden und Wälder – und vor allem viel Granit.
Annemarie B. ist 16 Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter zum ersten Mal in den Sommerferien 1929 nach Flossenbürg kommt. Von Nürnberg fahren sie mit der „Zuckelbahn“, wie Annemarie sie nennt, über die Weiden in der Oberpfalz erst einmal bis Floß. Personenzüge enden hier zu dieser Zeit noch und die letzten sechs Kilometer müssen die beiden zu Fuß gehen. Es geht stets bergauf. Unterwegs begegnet ihnen all das, was sie an diesem Ort zu schätzen lernen werden: die Abgeschiedenheit, das „Urige“, die „Einfachheit“ der Flossenbürger und vor allem die Schönheit der Natur.
Aus einem Sommer sollen drei werden. Noch Jahrzehnte später erinnert sich Annemarie B. an diese Zeit: vor allem an die vielen Beeren, aus denen sie Himbeersaft gekocht haben. Kistenweise haben sie die Flaschen nach Hause geschickt. Sie hat auch den großen See nie vergessen und vor allem nicht die Burg. Jeden zweiten Tag steigt sie hinauf und fühlt sich dort oben „sehr königlich“, als sei die weite Landschaft zu ihren Füßen ihr allein „untertan“.
Jahr für Jahr kommen immer mehr Urlauber, Ausflügler und Wanderer nach Flossenbürg. Neue Unterkünfte und Gaststätten entstehen. Als Annemarie B. 1942 nach zehn Jahren in das Dorf zurückkehrt, ist zwar die Landschaft noch dieselbe, doch das Leben ist „irgendwie ein bisschen anders“, erzählt sie später.
Sie nimmt in Flossenbürg eine Stelle als Buchhalterin bei der Deutschen Erd- und Steinwerke GmbH (DESt) an, die hier seit 1938 einen Steinbruch betreibt. Doch der Steinbruch ist kein gewöhnliches Unternehmen. Geführt wird er von der SS, die auf Zwangsarbeit von Häftlingen setzt – von Häftlingen des Konzentrationslagers, das die SS zeitgleich oberhalb von Flossenbürg errichtet hat.
Der Aufbau verläuft reibungslos: Unter den Urlaubern, die immer zahlreicher nach Flossenbürg kommen, ist 1938 ein ungewöhnlicher Gast. Er bleibt im Juli und August drei Wochen lang, kauft eine Postkarte und legt, als er sie aufgibt, zwei Fotos bei. Beide zeigen mit der Burg das allgegenwärtige Wahrzeichen des Ortes. Doch im Mittelpunkt der Fotos stehen zwei schwarze Flaggen: Auf der einen ist ein Totenkopf zu sehen, auf der anderen stehen die überdimensional großen Buchstaben – SS.
Der Urlauber ist Theodor Eicke, dem als Inspekteur der Konzentrationslager alle Lager unterstellt waren. Der Adressat seiner Karte: der Reichsführer-SS Heinrich Himmler, der später die Vernichtung der Jüdinnen und Juden für das NS-Regime organisieren sollte.
Im März war Eicke schon einmal in Flossenbürg gewesen, zusammen mit Oswald Pohl, dem Chef des SS-Verwaltungsamtes, und Wilhelm Freiherr von Holzschuher, dem Regierungspräsidenten von Niederbayern/Oberpfalz. Ihr Interesse galt dem Granit: Die SS suchte einen Ort, an dem sie große Mengen davon abbauen kann. Nach diesem historischen Treffen ging alles flott. In gut einem Monat trafen die ersten SS-Männer ein, zwei Tage später folgten die ersten 100 Häftlinge aus dem KZ Dachau. Am steilen Hang waren sie es, die Terrassen in den Granit schlagen mussten, damit dort Baracken errichtet werden konnten. Der Grundstein für das Lager, in dem sie auch selbst inhaftiert wurden, war gelegt. Theodor Eickes Karte vom Sommer meldete die erste Flaggenparade. Himmler antwortete: „Ich freue mich, daß dort die Arbeit gut voran geht“.
Theodor Eicke um 1933, der spätere Inspekteur der Konzentrationslager / Foto © Bundesarchiv Berlin
So beginnt die Errichtung des Konzentrationslagers Flossenbürg, in den Akten der SS oft „Flo“ genannt. Bis 1945 gehen etwa 84.000 Männer und 16.000 Frauen durch das Lager und seine Außenlager, darunter auch Kinder und Jugendliche. Etwa ein Drittel überlebt das Lagersystem nicht.
Wie Annemarie B. erinnern sich auch viele Überlebende an den „niedlichen und malerischen Ort“, an „schöne Häuschen mit schönen Vorgärten“ und blühende Obstgärten. Shelomo Selinger, der als polnischer Jude mit 16 Jahren nach Flossenbürg kam, blickt zurück: „Flossenbürg, das war ein außergewöhnlicher Ort. Wunderschön. Die Landschaft drumherum.“ Gerade diese Schönheit traf ihn zutiefst: „[…] ich hasste die Schönheit. … der Schmutz, die Folter, das Ungeziefer, das uns auffraß, der Hunger, der uns aushöhlte, das war mein Leben. Aber die Schönheit, das konnte ich nicht ertragen.“
Im Dorf gab es ein Nebeneinander vom Alltag der Flossenbürger und dieser brutalen Gewalt hinter dem Lagertor. Doch begann die systematische Entmenschlichung schon auf dem Weg dorthin. Sie geschah in aller Öffentlichkeit, in dem Verkehrsmittel, das jeder normale Reisende, die vermeintlich „unwissende Zivilbevölkerung“, und die KZ-Häftlinge gleichermaßen nutzten: in der Eisenbahn.
„Normale Erscheinungen des Alltags“
Am Montag, den 8. Dezember 1941, fährt ein Zug aus Richtung München in den Bahnhof Weiden ein. Es ist ein gewöhnlicher Regionalzug mit der Zugnummer 1023. Er hält überall planmäßig. Angekoppelt ist ein Personenwagen, der auf den ersten Blick ebenfalls ganz gewöhnlich aussieht – wären da nicht die vergitterten Fenster. Es ist ein Gefangenenwagen. Solche Gefangenenwagen gehören zum Alltag bei der Reichsbahn; 1941 besitzt sie 64 davon. Innen reihen sich Einzelzellen entlang eines schmalen Gangs; bis zu 30 Häftlinge finden darin Platz, bewacht von zwei Polizeibeamten. Sie werden an bestehende Personenzüge angehängt und fahren nach festem Fahrplan Woche für Woche dieselbe Strecke.
Die Häftlinge werden sehr oft in Etappen transportiert und müssen an den Bahnhöfen immer wieder von einem in den anderen Zug umsteigen – mit Zwischenstationen in Haftanstalten, wo sie Tage, Wochen oder Monate bis zum Weitertransport ausharren. All die Fahrpläne, Fahrzeiten und Wegstrecken sind in einem besonderen Kursbuch der Reichsbahn verzeichnet – dem Kursbuch für Gefangenenwagen. Diese Fahrten sollen möglichst alle Gefängnisse und Zuchthäuser miteinander verbinden, doch manche Vermerke zu den Fahrplänen verraten auch andere Ziele. Bei Weiden steht: „Bhf. KZ.-Lager Flossenbürg“.
In dem Wagen, der an diesem Montag im Dezember 1941 den Bahnhof in Weiden erreicht, befinden sich 31 Männer aus vierzehn Städten von Wien bis Braunschweig. Manche sind bereits seit Tagen unterwegs. Wer aus Konstanz kommt, braucht laut Fahrplan eine ganze Woche bis nach Weiden.
Einer der 31 Gefangenen ist der Wiener Kommunist Otto Stiedl, der bereits zwei Jahre Gestapohaft hinter sich hat. Er soll bereits seit Freitag unterwegs sein; Abfahrt sollte im Gefangenenwagen um 6:56 Uhr zusammen mit zwei weiteren Häftlingen vom Wiener Franz-Josefs-Bahnhof sein. Drei Nächte verbringen sie unterwegs in verschiedenen Haftanstalten – eine in Salzburg und zwei in München. An diesem Montag werden sie um 5:47 Uhr in einem weiteren Gefangenenwagen von München aus nordwärts gebracht. Unterwegs steigen noch weitere Männer zu. Ab Schwandorf ist der Wagen voll. Die Häftlinge sind mit Handschellen gefesselt und müssen die Fahrt stehend ertragen. Laut Fahrplan hält sein Zug um 12:44 Uhr in Weiden. Die Tür des Gefangenenwagens wird geöffnet. Auf dem Bahnsteig wartet bereits die SS: „Man stieß uns … aus dem Waggon heraus, stopfte uns mit Fußtritten in einen fensterlosen Autobus hinein, dessen Tür die SS fast nicht mehr zumachen konnte.“
„Man stieß uns … aus dem Waggon heraus, stopfte uns mit Fußtritten in einen fensterlosen Autobus hinein, dessen Tür die SS fast nicht mehr zumachen konnte.“
So beschreibt Otto Stiedl später die Weiterfahrt nach Flossenbürg. Von Weiden bis zum KZ sind es rund 20 Kilometer, fast die ganze Strecke führt bergauf. Der Bus ist überfüllt, sodass die Männer übereinander liegen und kaum Luft zum Atmen bekommen. Jede Kurve, jede Unebenheit der Straße ist eine zusätzliche Qual. Von der schönen Landschaft sehen sie nichts. Auch sie selbst kann niemand sehen.
Unsichtbar sind die Häftlinge dennoch nicht. Ortsansässige verstehen und erinnern sich später, dass sie als Kinder Zeuge waren, wie Menschen vom Bahnhof in Weiden durch die Straße getrieben wurden. Die Erwachsenen erklärten den Kindern damals, es handelte sich um „Mörder und Kriminelle“. Karl Grünwald, zu dieser Zeit ein Gymnasiast, der jeden Tag mit dem Zug von Erbendorf nach Weiden pendelte, erzählt Jahrzehnte später, woran er sich erinnern kann: „In Neustadt an der Waldnaab standen täglich kleine Trupps scharf bewachter KZ-Insassen in ihren dünnen, blau gestreiften Anzügen frierend auf dem Bahnsteig, um in das nahe Flossenbürg gebracht zu werden. Wir nahmen das ungerührt als normale Erscheinungen des Alltags, auch die Viehwaggons, aus deren mit Stacheldraht vergitterten Lüftungsluken stechende Augen zu uns herübersahen.“
„In Neustadt an der Waldnaab standen täglich kleine Trupps scharf bewachter KZ-Insassen frierend auf dem Bahnsteig. Wir nahmen das ungerührt als normale Erscheinungen des Alltags.“
So wie Stiedl – also in an Personenzüge angehängten Gefangenenwagen – kommt 1941 mehr als die Hälfte aller „Neuzugänge“ in das KZ Flossenbürg: 848 von 1.671 Häftlingen. Von den 54.491 Menschen, die bis 1945 in das Hauptlager gebracht werden, sind es rund 6.500 – also fast jeder achte. Der Gefangenenwagen ist aber nicht der einzige Weg, der in das Lagersystem führt. Daneben gibt es Sonderzüge – außerplanmäßige Schienentransporte, welche die SS und die Reichsbahn eigens vereinbaren. Ab Mitte 1942 werden dafür zunehmend Züge aus Güterwaggons bestehen – ohne Heizung und Toiletten, mit kleinen vergitterten Fenstern, und stundenlangen Halten auf freier Strecke. Mit dem fortschreitenden Krieg werden diese Züge zur Regel.
Einige Transporte gehen bis Weiden, andere werden in Floß „ausgeladen“, wieder andere direkt am Bahnhof Flossenbürg. Doch wo auch immer die Häftlinge ankommen, erinnern sich die Überlebenden an eine gewaltvolle „Begrüßung“, wie die von Otto Stiedl. Dann werden sie entweder in Busse gepfercht oder – viel häufiger – in Reihen aufgestellt und zu Fuß zum Konzentrationslager getrieben: von Floß sechs Kilometer, von Weiden rund zwanzig.
Wer zu Fuß in Flossenbürg ankommt, muss durch das ganze Dorf laufen, immer entlang der Hauptstraße. Die SS soll an den Tagen, an denen Transporte ankamen, ein Ausgangsverbot verhängt haben. Manche der Gefangenen erinnern sich tatsächlich an menschenleere Straßen, andere aber auch an feindselige Begegnungen mit den Einwohnern: „Ganze Familien mit Kindern wollten uns sehen“, erinnert sich der polnische Häftling Jerzy Giergielewicz, der 1943 aus dem KZ Majdanek nach Flossenbürg gebracht wurde. „Viele drohten uns mit ihren Fäusten, viele spuckten in unsere Richtung.“ Bitter hält er fest: „Hier hörten wir auf, Mensch zu sein.“
An einer Abzweigung können die Häftlinge einen Wegweiser sehen: ein buntes Holzschild, das mit geschnitzten Männerfiguren verziert ist – ein grotesker Kontrast. Die Aufschrift lautet: „Konzentrationslager Flossenbürg“.
Otto Stiedl wird im fensterlosen Bus daran vorbei gekarrt. Irgendwann hören er und die anderen Häftlinge irgendwelche Männer etwas rufen. Es sind die Wachposten vom Lagertor, die sie kurz darauf unter Schlägen aus dem Bus herauszerren und auf das Lagergelände stoßen. Hinter ihnen geht das Tor zu.
Über die Jahre werden es immer mehr Häftlinge und immer größere Transporte.
Vom Menschen zur Nummer
Hinter dem Lagertor beginnt für Otto Stiedl und die anderen, was sich vielen Neuankömmlingen unauslöschlich ins Gedächtnis brennt: das sogenannte Bad.
Die Lageraufseher zwingen die Häftlinge, sich auszuziehen und stoßen sie in das Waschgebäude. Dort werden sie kahlgeschoren – mit denselben stumpfen Klingen, die schon Hunderte vor ihnen bluten ließen. Ein Kapo – ein Mithäftling, den die SS als Aufseher einsetzt – treibt die Häftlinge mit einem dicken, mit Schrauben ausgestopften Gummischlauch in einen Duschraum hinein und schlägt zu, „als würde man ein Pferd schlagen“, erinnert sich Miloš Volf, ein junger Tscheche, 19 Jahre alt, der Anfang 1944 gemeinsam mit seinem Vater nach Flossenbürg verschleppt wird, weil die Familie Menschen vor der Gestapo versteckt hat. Dann das Wasser: erst eiskalt, dann kochend heiß, im ständigen Wechsel, so heiß, „dass einem die Haut abgegangen ist“. Stiedl wird es nie vergessen: „Es spielten sich dabei furchtbare Szenen menschlicher Angst ab.“
„Es spielten sich furchtbare Szenen menschlicher Angst ab.“
Nach zehn, fünfzehn Minuten jagt man sie wieder nackt hinaus und lässt sie auf dem Appellplatz stehen. Dann bekommen die Männer gestreifte Häftlingsbekleidung, oft viel zu groß oder viel zu klein, und hölzerne Schuhe, die an den Füßen scheuern. Den Häftlingen werden alle persönlichen Gegenstände abgenommen, die akribisch auf einem Formular notiert werden – in den allermeisten Fällen sehen sie diese Gegenstände trotzdem nie wieder. Was den Häftlingen sonst abgenommen wird, sind ihre Namen. Stattdessen erhält jeder eine Haftnummer, die er ab jetzt täglich bei den Appellen hören wird. Von nun an ist man kein Mensch mehr, sondern eine Zahl.
Flossenbürg gehört wie Mauthausen und Gusen zu den Konzentrationslagern, die die SS gezielt in der Nähe von Steinbrüchen errichtet hat. Der Tag beginnt mit dem Zählappell vor Sonnenaufgang, bei jedem Wetter, selbst, wenn ein Mann tot in ihren Reihen liegt; Hauptsache die Häftlinge sind vollzählig. Dann folgt der Marsch zum Steinbruch, wo die Häftlinge bis zum Abend Zwangsarbeit leisten müssen: Mit einfachen Spitzhacken und Bohrhämmern und ohne jegliche Schutzausrüstung brechen die Häftlinge Granit und schleppen Felsblöcke zu den Verladeplätzen der Steinmetze aus dem Ort. Wer stürzt oder langsamer wird, gilt schnell als „arbeitsunfähig“ – ein Todesurteil auf Raten.
Die Zwangsarbeit dient den wirtschaftlichen Interessen der SS. Zugleich ist sie ein Mittel der Schikane und der „Erziehung“ – so nennt es die SS. Im Kern geht es darum, die Menschen zu brechen, ihnen ihre Persönlichkeit, ihre Würde und ihr Menschsein zu nehmen.
Das Dorf profitiert vom Lager. Im Steinbruch arbeiten die Häftlinge neben den Steinmetzen aus Flossenbürg, die die qualifizierten Arbeiten übernehmen. Auch Annemarie B. gehört ab 1942 als Buchhalterin zum Personal. Sie verbucht die Arbeitseinsätze von Häftlingen, SS-Männern und Angestellten gleichermaßen. Ihr Büro liegt zwischen Lagertor und Steinbruch, beides in Laufweite. Sie habe zwar immer wieder kleine Trupps von Häftlingen gesehen, die unter Bewachung der SS mit Hunden zur Arbeit ausrückten – trotzdem sagt sie später, sie habe vom Lager nur wenig mitbekommen.
Und eines bemerken alle im Ort: den Geruch. Zeitweise riecht es „regelrecht nach …, ja nach verbranntem Fleisch fast“. Die Flossenbürger sagen dann: „Ja, da oben ist jetzt das Verbrennen im Gange.“
Während die Häftlinge entweder verhungern, im Steinbruch verunglücken, vor Entkräftung zusammenbrechen, totgeschlagen oder erschossen werden, lassen sich die SS-Offiziere wenige hundert Meter weiter ab Sommer 1938 auf dem Plattenberg eine eigene Siedlung bauen: fünfzehn Häuser in bester Lage. Dort inszenieren sie sich, mit Blick auf die Burgruine, als eine Art Ordensrittertum.
So wie die SS die Häftlinge per Eisenbahn nach Flossenbürg bringt, transportiert sie per Eisenbahn ab, was die Gefangenen in Zwangsarbeit produzieren. Zunächst ist das der abgebaute Flossenbürger Granit, der als Gebrauchsstein für unterschiedliche Bauvorhaben genutzt wird, darunter für Monumentalbauten des Regimes, etwa die als SS-Kultstätte ausgebaute Wewelsburg in Westfalen oder das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Als der Granitabbau 1943 runtergefahren werden muss, weil die Produktion des Jagdflugzeugs Me 109 der Firma Messerschmitt hierher verlagert wird, entstehen auf dem Steinbruchgelände große Hallen, in denen die Häftlinge nun Teile dafür fertigen müssen.
So ist am Flossenbürger Bahnhof ständig Betrieb. Der französische Häftling Jean Rousseaux, der im Mai 1944 dem Bahnhofskommando zugeteilt wird, sieht alles, was hier ankommt und weggebracht wird. Jeden Morgen schleppt sich ein Zug den Berg hinauf, und Rousseaux lädt mit anderen Häftlingen alles aus, „was für das Leben und den Betrieb des Lagers unentbehrlich ist“: Brot, Würste, Gemüse, Waffen, Werkzeugmaschinen aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden, ganze Züge voller getragener Kleidung. Darunter ist auch die Kohle – zum Heizen und für den Krematoriumsofen.
Hinaus fahren die Züge mit Flugzeugteilen. Und immer wieder kommen neue Gefangene an. Einmal ist ein großer Transport aus Polen angekündigt, mehrere tausend Häftlinge. Was am frühen Nachmittag einfährt, nennt Rousseaux „einen gigantischen Sarg“ – mit womöglich tausend Toten. Bis in die Nacht laden die Männer Leichen aus, im Scheinwerferlicht der Lastwagen, die diese dann zum Lagerkrematorium fahren. „Der Bahnhof ist in ein Massengrab verwandelt.“
Für die SS ist zentral, dass die Toten und die Schwachen ersetzt werden müssen. „Das ist das Prinzip der ständigen Rotation“, erklärt Rousseaux, „der geschwächte Sklave ist nicht mehr rentabel.“ Immer wieder richtet sein Kommando Waggons für Krankentransporte her. Anfang März 1945 schleppen sich fast 1.200 Kranke in Dreierreihen die Hauptstraße hinunter zum Bahnhof, „schwankend, abgemagert“, um zum Sterben in das KZ Bergen-Belsen gebracht zu werden. „Ja, die Einwohner wussten es; sie haben es gesehen.“ Kurz nach einem solchen Abtransport rollt ein langer Zug mit mehreren tausend neuen Häftlingen aus Groß-Rosen ein. Die Kranken davor mussten fort, das liegt für Rousseaux auf der Hand, um im Lager „Platz zu schaffen“.
„Das ist das Prinzip der ständigen Rotation. Der geschwächte Sklave ist nicht mehr rentabel.“
Das KZ Flossenbürg wird auf diese Weise zu einem riesigen Umschlagplatz.
Für viele Häftlinge ist das Stammlager ohnehin nur eine Durchgangsstation. Schon ab 1942 wird Flossenbürg, wie die anderen Hauptlager auch, zum Zentrum eines weit verzweigten Systems von Außenlagern. Die Häftlinge müssen vor allem für die Rüstungsindustrie arbeiten. Allein Flossenbürg hat schließlich um die 80 Außenlager, von Würzburg bis Prag, von Sachsen bis Niederbayern.
Entfesselung
Samuel Brückner wird im August 1944 mit einem Zug aus einem anderen Lager, in Wieliczka bei Krakau, in das KZ Flossenbürg überstellt. Mit ihm sind insgesamt 2.699 Menschen in dem Zug, alle sind Juden. In Flossenbürg angekommen, werden sie in einen abgeriegelten Quarantänebereich eingewiesen. Dort müssen sie zwei bis drei Wochen zubringen. Samuel Brückner erzählt später, wie sie sich entblößen mussten, keinerlei Kleidung bekamen und nicht wussten, wie es weitergeht. Er berichtet: „Tagsüber durften wir in die Baracken nicht rein, … nur nachts zum Schlafen.“ Ein anderer Häftling aus dem Zug, Harry Zansberg, beschreibt die brütende Hitze dieser Tage: „Die Menschen sind von der Hitze, der Sonne verrückt geworden.“ Nachts ist es dagegen bitterkalt. Brückner und die anderen decken sich notdürftig mit Papier zu, das von leeren Zementsäcken stammt und herumlag.
Jeden Morgen müssen sie wieder raus aus dem Obdach und werden gezählt. Der Lagerarzt Heinrich Schmitz kommt dafür mit SS-Männern und weiteren Ärzten. Sie schreiben den Häftlingen mit lila Tinte Zahlen auf die Stirn, „eineinhalb, ein und dreiviertel, zweieinhalb“. Die Zahlen sortieren die Menschen nach ihrer Arbeitskraft. Brückner erinnert sich, dass ab und an auch „Gesandtschaften von den Nebenlagern“ kamen, um die Häftlinge für die Arbeit anzufordern. Sie „betrachteten uns genauso wie Vieh“.
„Gesandtschaften von den Nebenlagern … betrachteten uns genauso wie Vieh.“
In den folgenden Tagen und Wochen kommen all diese Menschen aus dem Wieliczka-Transport vom 4. August in unterschiedliche neue Lager. Wohin es für jeden Einzelnen geht, entscheidet meistens die Zahl auf der Stirn, manchmal der Zufall. Bereits am 9. August werden 1.051 Männer in das Außenlager Leitmeritz überstellt. Am 14. August kommt eine kleine Gruppe in das Außenlager Hersbruck bei Nürnberg, am 21. August werden 464 nach Wesserling im Elsass transferiert, ein Außenlager des KZ Natzweiler.
Brückner kommt zunächst nach Hersbruck. Dort, wo er mit den anderen Häftlingen untergerbacht ist, gibt es noch kein richtiges Lager, „nur einige Holzgerüste“. Tagsüber müssen die Männer Stollen in einen Berg graben – damit die Flugzeugmotoren von BMW geschützt vor den Bombenangriffen der Alliierten hergestellt werden können. Lange bleibt Brückner da aber nicht. Auf Empfehlung der Flugzeugfirma Junkers gelten er und einige andere als Facharbeiter und werden nach Flossenbürg zurückgebracht. Erst jetzt wird Brückner registriert, mit der Nummer 14311. Er arbeitet in den Messerschmitt-Werkhallen des Steinbruchs an den Bauteilen für das Jagdflugzeug Me 109 mit, schläft im überfüllten Block 9, der jüdischen Häftlingen vorbehalten ist, zu viert in einem Bett, „zusammengepfercht wie die Sardinen“.
Die meisten aus dem Wieliczka-Transport kommen in das KZ Leitmeritz, das sehr schnell zum größten Außenlager von Flossenbürg wird. Auch hier treiben Häftlinge Stollen in einen Berg, für das Projekt „Richard“, eine unterirdische Fabrik für Panzermotoren der Auto Union AG, einer Vorgängerfirma von Audi. In einem kleineren Stollensystem, „Richard II“, sollen außerdem Glühfäden für Osram hergestellt werden. Geschätzt gehen bis Kriegsende mehr als 16.000 Menschen durch das Lager Leitmeritz, rund 4.500 überleben das nicht.
Ähnlich wie in Hersbruck finden die Häftlinge in Leitmeritz keine Baracken vor. Stattdessen steht hier eine verlassene Reiterkaserne. Der frühere Häftling Jack Sittsamer erinnert sich: „Und es war alles Beton. Und der Geruch, der Gestank von den Pferden war immer noch da. Und wir haben nur auf dem Boden geschlafen, kein Stroh, nichts.“ Die Arbeit in den Stollen – ein System der Angst: „Hier gab es nur ein Loch im Berg.“ Zu zweit beladen sie Loren mit Gestein: „Und wenn die Lore … hinter dir voll war und meine noch nicht voll ist, verprügelten sie einen.“
Für die Lagerverwaltung sind die Häftlinge bloß Verbrauchsmaterial.
Zur Härte der Arbeit kommt die offene Gewalt der SS-Männer und Kapos. Auch Chiel Weinbaum, ein polnischer Jude aus dem Wieliczka-Transport, erinnert sich an seine erste Aufgabe – die Häftlinge sollen „Steine mit der Schubkarre über ein schmales Brett nach oben befördern, und der polnische Kapo schlug uns auf die Beine“. Einer der Häftlinge, Hanjek Fisch, stürzt und wird deswegen getötet. „Viele … wurden getötet, als sie umfielen.“
Für die Lagerverwaltung sind die Häftlinge bloß Verbrauchsmaterial. Wer nicht mehr arbeiten kann, wird ersetzt. Arbeitsunfähige Häftlinge kommen in den Krankenbau oder werden in das Stammlager nach Flossenbürg zurückgebracht. Das Krankenrevier bedeutet für viele den sicheren Tod: Wer arbeitsunfähig wird oder erkrankt, hat kaum eine Chance, sich wieder zu erholen.
Leitmeritz ist für viele Häftlinge nur eine weitere Station. Im Herbst 1944 teilt die SS die Häftlinge aus dem Wieliczka-Transport erneut auf: 398 kommen nach Mauthausen, 389 in ein Außenlager von Dachau. Die SS führt die Gruppen auf, indem sie „die Leute mit dem Kolben ihres Gewehrs geschlagen“ hat, erinnert sich Jack Sittsamer.
Von den 2.699 Menschen, die am 4. August 1944 mit dem Wieliczka-Transport in Flossenbürg ankamen, haben 543 nachweislich ihr Leben gelassen, bei 1.870 ist das weitere Schicksal unbekannt. Bei 286 lässt sich aus den historischen Daten und Dokumenten nachvollziehen, dass sie überlebt haben. Viele von ihnen werden später ihr Leben lang von den Gräueln berichten.
Die Befreiung kündigt sich für die Häftlinge an, sie hören von den Ereignissen an der Front, wenn auch meist „ein oder zwei Tage später“, wie sich Zeitzeugen erinnern. Doch mit der nahenden Niederlage der Nationalsozialisten in diesem Krieg kommt für diese Menschen zunächst ein weiterer Todeskampf auf sie zu.
Im letzten Kriegswinter beginnt das System der Konzentrationslager zu kollabieren. In Leitmeritz bricht die Ruhr aus. Zu den Häftlingen des Lagers kommen im März und April 1945 rund 2.000 Häftlinge aus anderen Flossenbürger Außenlagern und mehr als 800 Häftlinge aus Außenlagern des KZ Buchenwald hinzu. Das Lager Leitmeritz ist dadurch hoffnungslos überfüllt; viele Häftlinge müssen im Freien oder in den Stollen schlafen. Weil so viele sterben, richtet die SS in einer Ziegelei ein Krematorium ein.
„Ich machte mich bereit für die Evakuierung.“
Im Flossenbürger Stammlager hört William Nattel aus dem Wieliczka-Transport von der Landung der Alliierten in der Normandie und vom Vormarsch der Roten Armee. Nattel ahnt, wie viele andere Häftlinge auch, dass er sich auf einen weiteren Transport vorbereiten muss. Er tauscht Brot und Zigaretten gegen andere Kleidung: Er besorgt sich im Lager irgendwie eine Winterjacke, Lederschuhe statt der Holzschuhe, einen Pullover und ein Hemd: „Ich machte mich bereit für die Evakuierung.“
Eines Tages trägt er Kaffee von der Küche zu den Baracken. „Wir hörten schwere Artillerie, wir wussten also, dass die Amerikaner nicht weit weg waren.“ Ein, zwei Tage später kommt der Befehl: „Juden einstellen.“
Prisoners Happy End?
Am Morgen des 23. April 1945 stoßen die Soldaten der 90th Infantry Division der US-Armee, seit der Landung in der Normandie auf dem Vormarsch, auf das Tor eines großen Geländes. Widerstand erwartet sie nicht mehr.
Die jungen amerikanischen Soldaten blicken auf ein weitläufiges, anscheinend verlassenes Areal mit einigen markanten Steinbauten und unzähligen Holzbaracken. Über allem hängt ein erdrückender, unvergleichlicher Gestank. Ein schief hängendes Banner begrüßt die ahnungslosen Männer: „Prisoners Happy End! Welcome!“ – Prisoners? Was die Soldaten nicht wissen: Sie befreien gerade ein Konzentrationslager. Die SS hat den Großteil der Gefangenen bereits auf Todesmärsche getrieben, um das Lager vor Ankunft der US-Soldaten zu räumen, und ist selbst geflohen. Von den tausenden Häftlingen, die das Lager wenige Tage zuvor noch füllten, finden die Soldaten nur noch rund 1.600 vor, die meisten davon todkrank. Und sie finden auf dem Gelände hunderte Tote.
„I was completely broken and changed. … I spoke not a word for an entire day after“, schrieb der Befreier Richard Goldstein in einem Brief an seine Eltern. Noch wochenlang sterben befreite Häftlinge, für die jede Hilfe zu spät kam.
„I was completely broken and changed. … I spoke not a word for an entire day after.”
Ende April 1945 ist der Krieg für das NS-Regime längst verloren. Mit den Todesmärschen reißt es vor seinem Untergang noch unzählige Menschen aus dem Leben, die so kurz vor ihrer Befreiung stehen – in dem Versuch, sie als die lebenden Beweise der jahrelangen Verbrechen wegzuschaffen. So besteht auch das System Flossenbürg trotz Befreiung des Stammlagers zunächst weiter fort: Schon Mitte April hat die SS mehr als 40.000 Häftlinge aus dem Stammlager und den Außenlagern nach Süden getrieben. Ein Teil wird zu Fuß geschickt, ein Teil in Güterwagen gepfercht. Zuerst die jüdischen Häftlinge: Etwa 1.700 werden am 16. April in Floß in Waggons verladen, unter ihnen Samuel Brückner, William Nattel und Harry Zansberg aus dem Wieliczka-Transport. Bereits in Floß wird der Zug von amerikanischen Tieffliegern beschossen, die ihn für einen Militärtransport halten. Mehrere Häftlinge sterben bei dem Angriff, weitere werden von der SS ermordet, als sie in Panik flüchten. Ab Schwarzenfeld müssen die Häftlinge in Gruppen zu Fuß weitermarschieren. Wer nicht mehr gehfähig ist, wird erschossen oder erschlagen.
Bis zum 20. April verlassen zwischen 16.000 und 20.000 Häftlinge das Hauptlager in Marschkolonnen Richtung Dachau, unter ihnen Jean Rousseaux. Tausende werden unterwegs von der SS ermordet, sterben an Entkräftung oder erfrieren in der Nacht. Brückner und Nattel werden am 23. April bei Stamsried befreit, Rousseaux Ende April in der Gegend von Cham.
Weiter östlich, wohin die Befreier noch nicht vorgestoßen sind, beginnt eine letzte tödliche Etappe. Vor allem Häftlinge aus den Lagern in und um Dresden treibt die SS über das Erzgebirge zum Außenlager Leitmeritz nördlich von Prag, welches in der letzten Kriegsphase faktisch die Rolle des Stammlagers übernommen hat. Von Leitmeritz aus will die SS die Häftlinge mit Zügen weiter fortschaffen, bevor die Alliierten das Lager erreichen.
Gesprengte Schienen, Kohleknappheit und verstopfte Gleise stürzen den Zugverkehr jedoch ins Chaos. Als die Häftlinge aus dem Leitmeritzer Krankenrevier in einen Zug getrieben werden, steht dieser drei Tage und drei Nächte auf den Gleisen. Dem französischen Häftling Pierre Colette prägt sich diese Etappe unauslöschlich ein: „Wir versuchen, so gut es geht, zusammenzurücken, wir leiden so sehr… Jeden Morgen werden nun die Leichen unserer toten Kameraden aus den Waggons gezogen. Am dritten Tag bekommen wir dann den Befehl, den Zug zu verlassen und zurück zum Lager zu marschieren und so sind wir wieder an unseren alten Plätzen im Krankenrevier.“
Während die Überlebenden des stehenden Zuges wieder ausgeladen und zurück ins Lager getrieben werden, stellt die SS am nahen Bahnhof Lovosice einen neuen Transport zusammen: einen fast 800 Meter langen Zug aus 77 offenen Güterwaggons, in die Häftlinge aus Leitmeritz und Frauen aus aufgelösten Außenlagern gepfercht werden. Er beginnt seine Irrfahrt am 28. April 1945 – fünf Tage nach der Befreiung des Stammlagers Flossenbürg durch die US-Armee.
Mehr stehend als fahrend schleppt sich der Zug durch den Kriegsschauplatz Böhmen Richtung Prag.
Der französische Häftling Michel Domenech ist ebenfalls in diesem Zug. Er berichtet später, wie skrupellos auch noch in dieser Zeit Fluchtversuche durch die SS geahndet werden: „Am 1. Mai wachen wir bedeckt von einer zehn Zentimeter dicken Schneeschicht auf. Einer von uns steht auf, um sich zu schütteln, und sofort ertönt ein Schuss und er fällt – ein SS-Mann hatte auf den herausragenden Kopf geschossen.“
Die Toten werden meist entlang der Gleise und an den Bahnhöfen verscharrt.
Gleichzeitig reagieren die Menschen, denen die Häftlinge an den Bahnhöfen begegnen, offener als früher. „Überall zeigt sich die tschechische Freundlichkeit“, erzählt Michel Domenech später. Tschechische Eisenbahner, normale Reisende, Ärzte, Krankenschwestern, Menschen, die sehen, was los ist, l werden aufmerksam und suchen am Zug sowohl den Kontakt mit den Häftlingen als auch mit den SS-Bewachern. An mehreren Halten gelingt es ihnen sogar, die SS dazu zu bewegen, dass die Häftlinge Lebensmittel annehmen dürfen. Selbst die Freilassung von Häftlingen kann ausgehandelt werden. Den größten Erfolg erzielen Reisende in Roztoky, wo sie über 300 Häftlingen zur Befreiung verhelfen.
Dennoch gelingt es nicht, den gesamten Transport aufzuhalten. Unter massiven Protesten der tschechischen Bevölkerung passiert der Zug schließlich Prag. Anschließend werden zusätzliche Häftlinge aus böhmischen Außenlagern zugeladen.
Erst weit hinter Prag wird der Todeszug am 8. Mai 1945 in Südböhmen gestoppt und befreit. Michel Domenech und die anderen Überlebenden werden im nahe gelegenen Velešín von der örtlichen Bevölkerung versorgt.
Viele kommen in Lazarette oder werden direkt auf freiem Feld medizinisch versorgt. Die lokale Bevölkerung nimmt sich auch einer würdigen Bestattung der ermordeten Häftlinge an.
Nach Kriegsende entstehen dort Gedenktafeln, Mahnmale und Gräber. Diese Erinnerungsorte säumen noch heute die Bahnstrecke – es war die letzte Etappe für die Häftlinge aus dem Flossenbürger Lagersystem.
„Der Mensch als Fracht“ ist ein Projekt von dekoder in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Das Projekt wird von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.
Diese Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der Stiftung EVZ oder des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) dar. Für inhaltliche Aussagen trägt dekoder und die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg die Verantwortung.
Contributors
- Drehbuch und Text: Leonid A. Klimov, Bianca Brendel, Stefanie Kraus, Michael Krempf und Laura Lopez Mras
- Redaktion: Mandy Ganske-Zapf
- Datenanalyse: Leonid A. Klimov
- Karten und Datenvisualisierung: Artyom Schtschennikow
- Illustrationen und Animationen: Victoria Spiryagina
- Recherche mit Beteiligung von: Fabian Fritz, Klara Plassmann und Marie-Luise Sittauer
- Design: village one
- Veröffentlicht: 30. Oktober 2026
