STALINO
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Über das Projekt

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Worum geht es?

Stalino – so hieß früher die Stadt, die wir heute als Donezk kennen, Donezk im Donbas. Die ukrainische Stadt befindet sich seit aktuell 12 Jahren im Krieg und ist von russischen Truppen besetzt. 

Donezk hat schon früher Besatzung erlebt: Im Zweiten Weltkrieg wurde das damalige Stalino von der Wehrmacht eingenommen und blieb fast zwei Jahre unter deutscher Besatzung. Einer Okkupation, die von der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten geprägt war. Die Geschichte dieser Besatzung, aber vor allem die Geschichte der Menschen, die damals in Stalino (heute Donezk) gelebt haben, erzählen wir. 

„STALINO – der Donbas unter deutscher Besatzung“ ist ein Projekt von dekoder.org, in Kooperation mit der Professur für Osteuropäische Geschichte der Universität Heidelberg und stellt die Fortsetzung der Multimedia-Serie „Der Krieg und seine Opfer“ dar. Das Projekt besteht aus zwei eng verzahnten Teilen: dem fünfteiligen Podcast und der Scroll-Doku. Im Podcast erzählen wir fünf Geschichten von fünf realen Personen, die die Besatzung Stalinos ganz unterschiedlich erlebt haben. In der Scroll-Doku folgen wir dann den Erinnerungen eines Jungen und tauchen in verschiedene Aspekte des Lebens in der Besatzung ein. Dazu gehören auch lebensbedrohlicher Hunger, willkürliche Repressionen und der Holocaust.

Warum ist es wichtig?

In Stalino, wie auch anderen von der Wehrmacht besetzten Gebieten der Sowjetunion, begannen die Nationalsozialisten mit der systematischen Ermordung der jüdischen Bevölkerung durch Massenerschießungen. Sie ermordeten außerdem gezielt Roma und Romnja, psychisch kranke Menschen, Kommunist·innen. Die Deutschen ließen allein im Donbas hunderttausende sowjetische Kriegsgefangene verhungern und verschleppten Zivilist∙innen zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich. 

Wie sah das Leben unter dieser deutschen Besatzung aus? Gab es zwischen all den Gräueltaten noch Alltag? Welche Handlungsoptionen hatten die besetzten Zivilist·innen überhaupt? Das sind Fragen, die uns durch dieses Projekt begleiten. 

Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten ist auf der Landkarte unserer Erinnerung kaum verankert. Die „Osterweiterung der deutschen Erinnerung“, die eine stärkere Wahrnehmung der vergessenen Tatorte deutscher Massenverbrechen im heutigen Belarus, der Ukraine, in Russland und andernorts fordert, stellt ein dringendes Desiderat dar. Sie braucht weitere empirische Forschung, erfordert aber auch die Würdigung der Opfer deutscher Massenverbrechen vor Ort. Diesen Opfern ist viel zu lange die Anerkennung in unserer Erinnerung verwehrt worden. 

Das Projekt basiert auf primären Quellen, Interviews mit Zeitzeug·innen sowie auf der Forschung internationaler Historiker∙innen, vor allem der Forschenden des internationalen Projektes Violence against Civilians on the Eastern Front of World War II (Universität Heidelberg).

Wer steht dahinter?

Ein großes interdisziplinäres Team:

Konzeption und Regie: Leonid A. Klimov
Wissenschaftliche Beratung und Redaktion: Prof. Dr. Tanja Penter, Prof. Dr. Dmytro Tytarenko, Dr. Jasmin Söhner (Universität Heidelberg)

Podcast: 

Moderation: Jasmin Lörchner
Sprecher·innen: Ilyass Alaoui, Natalie Amiri, Peter Becker, Khesrau Behroz, Alice Bota, Helene Braun, Mirko Drotschmann, Dr. Matthias von Hellfeld 
Wissenschaftliche Redaktion und Interviews: Prof. Dr. Tanja Penter, Prof. Dr. Dmytro Tytarenko, Dr. Jasmin Söhner (Universität Heidelberg)
Journalistische Einordnung ins Heute: Luzia Tschirky

Skript: Dr. Saskia Geisler (Berlin Producers)

Audioproduktion, Sound Design und Mischung: Bony Stoev
Redaktionelle Mitarbeit und Produktion: Josephine Schneider
Producerin Berlin Producers: Jessica Krauß
Audioaufnahmen: Cornelius Rapp
Übersetzer·innen: Jennie Seitz und Ruth Altenhofer

Artwork / Cover: Village One

Scroll-Doku:

Redaktion: Leonid A. Klimov, Mandy Ganske-Zapf, Dmitry Kartsev und Peggy Lohse
Bildredaktion: Artur Bondar (unter Mitarbeit von Andy Heller)
Social Media Redaktion: Nicole Eyberger (dekoder), Sarah Beudt (Berlin Producers)
Übersetzungen: Ruth Altenhofer, Jennie Seitz und Friederike Meltendorf
Schlussredaktion: Friederike Meltendorf und Peggy Lohse
Content Management: Jonas von Olberg

Illustrationen: Anna Che
Animation: Victoria Spiryagina

Karten und Infografiken: Artyom Schtschennikow (unter Mitarbeit von Iaroslav Boretskii)

Graphisches Konzept und Gestaltung: Village One
Technische Umsetzung: Philip Hoheisel, Sev Furneaux (Village One), unter Mitarbeit von Daniel Marcus

Autor∙innen: Prof. Dr. Tanja Penter, Prof. Dr. Dmytro Tytarenko, Dr. Jasmin Söhner, Leonid A. Klimov (dekoder), Prof. Dr. Dieter Pohl (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt), Petra Bopp 

Wir danken zudem den Studierenden des Instituts für Kultur- und Medienmanagement an der HfMT in Hamburg (KMM-Institut) für die Unterstützung bei der Release-Vorbereitung.

Was ist dekoder.org?

dekoder ist ein auf Russland, Belarus und den russischen Krieg gegen die Ukraine spezialisiertes Medienportal. dekoder bringt unabhängigen Journalismus aus den Fokusregionen mit wissenschaftlicher Expertise aus dem europäischen Forschungsraum zusammen. Zudem realisiert dekoder in Kooperation mit Universitäten und Forschungsinstituten regelmäßig mehrsprachige wissenschaftsbasierte Specials und agiert sich als Netzwerk von Wissenschaftler:innen, Journalist:innen und Übersetzer:innen. Zehn Mitarbeiter:innen bilden das dekoder-Kernteam.

dekoder ist mit den Zielen Bildung und Völkerverständigung als gemeinnützig anerkannt, wird von der Dekoder gGmbH getragen und finanziert sich aus Spenden, Stiftungs- und öffentlichen Fördergeldern. dekoder ist einer der führenden Akteure im Wissenstransfer in Deutschland und wurde zweifach mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet (2016 und 2021).

Was macht die Professur für Osteuropäische Geschichte an der Universität Heidelberg?

Die Professur für Osteuropäische Geschichte an der Universität Heidelberg beschäftigt sich mit der Geschichte Osteuropas und bettet diese in eine transkulturelle Verflechtungsgeschichte Europas ein. Prof. Dr. Tanja Penter ist Mitglied der Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission und der (seit Beginn des  russischen Angriffskriegs ruhenden) Deutsch-Russischen Geschichtskommission. Aktuell forschen an der Professur mehrere geflüchtete ukrainische und russische Wissenschaftler·innen. In der Forschung verfolgen sie und ihr Team unter anderem Ansätze des Diktaturvergleichs, der Gewaltgeschichte und der Transitional Justice-Forschung. In aktuellen Projekten geht es um die zivilen Opfer der deutschen Besatzungsverbrechen in der Sowjetunion sowie um die Nachgeschichte der juristischen (Nicht-)Aufarbeitung der Verbrechen (im Rahmen des von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsprojekts Violence against Civilians on the Eastern Front of World War II).

Wie wird das Projekt finanziert?

Das Projekt wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert. 

Diese Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) dar. Die Verantwortung für inhaltliche Aussagen trägt dekoder.org.

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Wie kann ich die Macher·innen kontaktieren?

Wenn du mit uns in Kontakt treten möchtest, schreibe uns gern ganz klassisch eine Mail unter stalino@dekoder.org

Oder über Instagram: @derkriegundseineopfer

„Der Krieg und seine Opfer“ und „Stalino – der Donbas unter deutscher Besatzung“ sind Projekte von dekoder, in Kooperation mit der Universität Heidelberg.

Ein Projekt in Kooperation mit der Universität Heidelberg

Universität Heidelberg

Ein Projekt der Bildungsagenda NS-Unrecht

Gefördert durch

auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages