Nach deutscher Planung sollte der „Russlandfeldzug” ein Blitzkrieg sein − ähnlich wie 1939 der Überfall auf Polen.

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion dringt die Wehrmacht zusammen mit ungarischen, italienischen, rumänischen und slowakischen Truppen tatsächlich sehr schnell und tief in das Innere des sowjetischen Territoriums ein.

Die Wehrmacht nimmt eine Stadt nach der anderen ein: Luzk, Riwne, Lwiw, Schytomyr, Bila Zerkwa, Winnyzja − und stößt weiter Richtung Kyjiw und nach Süden vor.

Die Rote Armee zieht sich zurück und muss viele Verluste hinnehmen.

Mitte September nehmen die Deutschen die ukrainische Hauptstadt Kyjiw und südlich Dnipro

…und kesseln große Kräfte der Roten Armee ein.

Das militärische Schicksal von Stalino ist eigentlich schon im Voraus ziemlich klar: Ende September – Anfang Oktober 1941 kesseln die Truppen der deutschen Heeresgruppe Süd die Hauptkräfte der Roten Armee an der Südwestfront. Dadurch entstehen sehr günstige Voraussetzungen für die Einnahme des Donbas und der Halbinsel Krim.

Bereits am 8. Oktober 1941 marschieren die Einheiten der Wehrmacht in den Donbas ein und besetzen Mariupol – schon damals eine wichtige Industriestadt. Dann setzt die Wehrmacht ihren Vormarsch nach Osten und Norden fort.

In Richtung Stalino rücken Teile der 17. Armee der Wehrmacht sowie das italienische Expeditionskorps vor. Die Rote Armee ist unzureichend ausgestattet, schlecht bewaffnet und zieht sich immer weiter zurück.

Wichtige Ortschaften – auch größere Städte wie Mariupol oder Konstantinowka – werden häufig nahezu kampflos aufgegeben.

An die Einnahme von Stalino erinnern sich die Zeitzeug:innen manchmal widersprüchlich. Stalino war eine sehr große Stadt und je nach Stadtteil konnte man entweder große Truppenbewegungen oder gar nur vereinzelte Soldaten sehen, und zwar an unterschiedlichen Tagen.

Der Einmarsch in die Stadt wird jedoch ziemlich detailliert von der Führung des XXXXIX. Gebirgskorps der 17. Armee der Wehrmacht dokumentiert:

„Am frühen Morgen des 20.10.41. erreichten die ersten Spähtruppen von Süden her den Stadtrand von Stalino. Sofort angesetzte Sturmtruppen drangen gegen schwachen Widerstand der motorisierten Spreng- und Zerstörungstruppen überraschend in das Stadtinnere vor.

10.30 Uhr konnte auf einem Gasometer in der Nähe des Stadtkerns bereits die Reichskriegsflagge gehisst werden. Kurz danach versuchten kleine sowjetische Truppen wieder in die Gegend der gehissten Flagge zu kommen, wurden aber von den Sicherungen abgewehrt (oder abgewiesen?)

11.45 Uhr hieß eine Offiziersspähtruppe des I. Division die Hakenkreuzflagge auf dem höchsten 105 m hohen Schornstein eines Werks im Westteil der Stadt.

Um 17.00 Uhr gelingt es auf dem höchsten Punkt der Stadt, dem Hauptpostamt, nunmehr endgültig im Kern der Stadt die Reichskriegsflagge zu hießen”.

Am kommenden Tag wird die Stadt vollständig eingenommen. Die Führung erfolgt durch Major Richard Zimmer.

Er richtet in Stalino die Kommandantur ein – das Organ, in dem für die kommenden zwei Jahre die wichtigsten Entscheidungen getroffen werden, die das Leben der Stadt Stalino regeln sollen – die unterste Stufe einer gewaltigen Maschine der Nationalsozialisten, die die „neue Ordnung“ durchsetzen muss.
Mit Gewalt.

Station 02: Hotel Donbas

Die „Neue Ordnung”

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To the episode
City Map
1
Metallwerk
Metallwerk
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Hotel Donbas
Hotel Donbas
3
Markt
Markt
4
Lenin-Klub
Lenin-Klub
5
Arbeitsamt
Arbeitsamt
6
Schacht 4/4-bis
Schacht 4/4-bis
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Station 01: Metallwerk

Der Junge,
 der überlebte

Wie der Donbas als wichtigster Industriestandort der Ukraine 1941 von den Deutschen besetzt wurde

Station 02: Hotel Donbas

Ankunft

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Station 03: Markt

Streifzüge durch eine besetzte Stadt

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Station 01: Lenin-Klub

Streifzüge durch eine besetzte Stadt

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Station 05: Arbeitsamt

Zwangsarbeit

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Coming Soon
Station: Schacht 4/4-bis

Holocaust

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Contributors

  • Drehbuch und Text: Tanja Penter
  • Redaktion: Leonid A. Klimov und Peggy Lohse
  • Illustrationen: Anna Che
  • Animationen: Victoria Spiryagina
  • Karten: Artyom Schtschennikow
  • Design: village one
  • Veröffentlicht: 8. April 2025
Image credits
  • Photo of Vann R. Newkirk II: Emily Jan
  • Part 2: Chris Graythen, Getty
  • Part 3: Sorapong Chaipanya, EyeEm; James Nielsen, AFP, Getty
  • Part 5: Robert Sullivan, AFP; David Howells, Corbis, Getty
  • Part 7: Bettmann, Getty

„Der Krieg und seine Opfer“ und „Stalino – der Donbas unter deutscher Besatzung“ sind Projekte von dekoder, in Kooperation mit der Universität Heidelberg.

Ein Projekt in Kooperation mit der Universität Heidelberg

Universität Heidelberg

Ein Projekt der Bildungsagenda NS-Unrecht von 01/2023 bis 01/2025

Gefördert durch

auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages